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Vom Kolonialismus zur imperialen Lebensweise

Vom „Kolonialismus zur imperialen Lebensweise“ – unter dieser Überschrift habe ich in dem folgenden Beitrag zentrale  Argumentationsstränge aus der Arbeit der „Lüner Initiative gegen globale Armut/LIGA“ nachgezeichnet, um den Aspekt des Kolonialismus ergänzt und anschließend systematisiert.

Vorbemerkung

Vom „Kolonialismus zur imperialen Lebensweise“ – unter dieser Überschrift habe ich in dem folgenden Beitrag zentrale  Argumentationsstränge aus der Arbeit der „Lüner Initiative gegen globale Armut/LIGA“ nachgezeichnet, um den Aspekt des Kolonialismus ergänzt und anschließend systematisiert. Mein Anliegen ist es, den roten Faden unseres Engagements für eine gerechtere Welt zu verdeutlichen und Impulse für die weitere Arbeit zu geben.

Zunächst erfolgt ein kurzer Überblick über den deutschen Kolonialismus und seine Folgen. Mit der politischen Emanzipation waren die ehemaligen Kolonialländer nicht auch ökonomisch emanzipiert. Es wird gezeigt, welche neue Strukturen, Mechanismen und Praktiken an die Stelle von imperialer Gewaltherrschaft getreten sind, um die Ausbeutung von wertvollen Rohstoffen und billigen Arbeitskräften fortzusetzen und Umweltbelastungen in andere Länder zu verlagern. Abschließend werden Hindernisse und Wege thematisiert, zu mehr weltweiter Gerechtigkeit zu kommen und Vorschläge für die zukünftige Arbeit der Zivilgesellschaft gemacht.

Im Folgenden wird als „Globaler Süden“ die Ländergruppe der sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländer bezeichnet, zu denen natürlich auch die ehemaligen Kolonien gehören. Die Länder des „Globalen Norden“ sollen dagegen die reichen Industrieländer umfassen.

Wer sich umfassender mit dem Thema auseinandersetzen möchte, den verweise ich auf das Literaturverzeichnis und dort vor allem auf die Veröffentlichungen von Ulrich Brandt und Stephan Lessenich.

Der deutsche Kolonialismus

Die deutsche Kolonialzeit

Über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten besaß das Deutsche Reich Kolonien. Den Eintritt in den Kreis der Kolonialmächte markierte die Berliner Afrika-Konferenz 1884-1885. Der deutsche Reichskanzler Otto Graf von Bismarck hatte die diplomatischen Vertreter konkurrierender Regierungen nach Berlin eingeladen, um Regeln für die Aufteilung Afrikas aufzustellen. Die versammelten Länder schufen ein Regelwerk, das die Inanspruchnahme und Anerkennung kolonialer Territorien vorgab und damit Konflikte zwischen den konkurrierenden Staaten verhindern sollte. Mit der Unterschrift Bismarcks unter das Vertragsdokument gehörte Deutschland zu den Kolonialmächten.

Ende des 19. Jahrhunderts umfasste das deutsche Kaiserreich gemessen an der Bevölkerungszahl das viertgrößte Kolonialreich nach Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden. Den geografischen Schwerpunkt bildeten vier afrikanische Kolonien (Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia), Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Ruanda, Burundi), Kamerun, Togo). Dazu kamen kleinere Gebiete in Nordostchina (Kiautschou/China) und im Pazifik (Neuguinea und Samoa).

Wirtschaftlich ging es darum, Profite aus dem Siedlungskolonialismus und einer exportorientierten Plantagenwirtschaft zu ziehen, vor allem sollten Rohstoffe gesichert und ausgebeutet werden. Politisch wollten die Deutschen wie alle Europäer ihr nationales Prestige aufbessern und versprachen sich mehr weltpolitischen Einfluss.

Bismarck stellte die überseeischen Territorien unter den offiziellen „Schutz“ des Kaiserreichs.  Die Hoheitsrechte in den neuen Besitzungen wurden meist von Kolonialgesellschaften – profitorientierten Zusammenschlüssen privater Handelsinteressen – ausgeübt.  

Gewalt war ein elementarer Bestandteil des deutschen wie des europäischen Kolonialismus. Gewalt war nicht nur Mittel imperialer Expansion, sondern diente auch dazu Herrschaft im kolonialen Alltag zu festigen. Die Errichtung und Aufrechterhaltung deutscher wie europäischer Kolonialherrschaft ergab sich direkt aus der militärischen, technischen und wirtschaftlichen Überlegenheit- Kennzeichen eines imperialen Kolonialismus.     

Die systematischen Menschenrechtsverletzungen wurden durch die rassistische Ideologie legitimiert, die Weiße als höherwertig einstufte. Zugleich wurde ein „Zivilisierungsauftrag des weißen Mannes“ postuliert.

Mit der Niederlage im ersten Weltkrieg verlor das Deutsche Reich seine Kolonien.

Folgen der deutschen Kolonialherrschaft

Für die Menschen in Afrika war der Kolonialismus eine Tragödie. Millionen wurden ermordet oder verhungerten, Dörfer wurden niedergebrannt und ganze Bevölkerungsgruppen planmäßig ausgelöscht. Die exzessive Anwendung von Prügelstrafen, die Verwendung von Kollektivstrafen und die willkürliche Konfiszierung von Besitz gehörten zum kolonialen Alltag. Rücksichtslos wurden die lokalen Strukturen zerstört. Siedlungskolonialismus und Plantagenwirtschaft griffen massiv in die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der lokalen Bevölkerung ein. Land und Plantagen wurden großflächig enteignet und die Bevölkerung mit Zwang zur Arbeit verpflichtet. Die „kolonialen Herren“ haben gezielt korrupte, heimische Co-Eliten aufgebaut und so einen nachhaltigen Verfall der politischen Kultur herbeigeführt. Diese koloniale Herrschaftsform wird zu Recht als Schreckensherrschaft gegenüber der beherrschten Bevölkerung bezeichnet.

Hunderte Militärexpeditionen begleiteten die koloniale Expansion des Deutschen Reiches. Zwei gewaltsame Konflikte hatten besonders verheerende Auswirkungen auf die einheimische Bevölkerung: Der Krieg in Deutsch-Südwestafrika (1904-1908) und der Maji-Maji-Krieg in Deutsch-Ostafrika (1905-1908). Das Aufbegehren der Hereros und Nama gegen wirtschaftliche Not führte zum ersten Völkermord im 20. Jahrhundert mit insgesamt 100 000 Toten. Der Krieg und die daraus folgenden Hungersnot in Deutsch-Ostafrika kostete bis zu 300 000 Menschen das Leben.

Die Berliner Afrika-Konferenz war für die nicht eingeladenen Afrikaner eine Katastrophe, die bis heute erheblich nachwirkt. Europas Regierungen hatten sich auf ihre kolonialen Ansprüche verständigt ohne Rücksicht auf die dort lebende Bevölkerung und deren Kultur und ohne Rücksicht auf die bestehenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen. Afrikanische Sprachen wurden als minderwertig angesehen und die Bevölkerung gezwungen die jeweiligen europäischen Sprachen zu lernen. Die Berliner Afrika-Konferenz steht bis heute als Symbol für die Willkür kolonialer Grenzziehungen.

Afrika hat durch die Versklavung seiner Bevölkerung, die Kolonialkriege und durch die Ausbeutung seiner Ressourcen unermesslichen Schaden erlitten.  Wiedergutmachung für die Folgen des Kolonialismus ist bis heute kaum erfolgt. Es ist längst überfällig, Reparationen zu zahlen, das gestohlene Land und andere Ressourcen zurückzugeben, die Restitution geraubter Kulturgüter in die Wege zu leiten sowie den Kolonialismus und die Kolonialverbrechen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuerkennen.

Eine kritische Aufarbeitung der Kolonialzeit hat in Deutschland wie in ganz Europa kaum stattgefundene. Nur wenige Orte im öffentlichen Raum erinnern an die Verbrechen des Kolonialismus; auch in Schulbüchern spielt der deutsche Kolonialismus so gut wie keine Rolle.

Auch wenn der Begriff Rasse mittlerweile wissenschaftlich widerlegt ist, ist er weiterhin in vielen Köpfen verankert. Diskriminierung von Herkunft und Hautfarbe gehört auch heute noch zum Alltag vieler Menschen.

Die Kolonialexpansion ermöglichte es einem wachsenden Teil der deutschen Bevölkerung, vormals unerschwingliche Luxusgüter wie Kaffee, Kakao oder Tee zu konsumieren. Die Kolonien dienten als billige Bezugsquelle für Rohstoffe und Arbeitskräfte sowie als neue Absatzmärkte. Im Grunde hat sich an den ungleichen Verhältnissen auch nach der Unabhängigkeit bis heute wenig geändert und, wie in den nächsten Abschnitten gezeigt wird, sich auch kaum wird ändern können. Die ehemals abhängigen Territorien liefern weiterhin günstige Rohstoffe für den Weltmarkt und importieren ihrerseits industrielle Fertigprodukte. Eine nennenswerte Wertschöpfung   findet bei ihnen nicht statt.

Afrika ist im Kern der ewige Lieferant von Rohstoffen und Agrargütern geblieben. Die ehemaligen Kolonialmächte haben sich eine effektive Ausbeutung von Rohstoffen und die Vermarktung ihrer Produkte gesichert. 

Der imperiale Charakter unserer Lebensweise.

Formen der Ausbeutung im Postkolonialismus

Der Kolonialismus war eine zentrale Etappe der Globalisierung.  Mit der verstärkten Globalisierung der letzten Jahrzehnte kam es zu subtileren, aber äußerst wirksamen Formen der Ausbeutung der Länder des Globalen Südens.

  • Die „Zwangsjacke“ des Neoliberalismus und des Washington-Konsens  

In den 1980er Jahren begannen sich auch auf internationaler Ebene neoliberale Grundüberzeugungen durchzusetzen. Ökonomische Probleme wurden aus einem Zuviel an Staat und einem Zuwenig an Markt erklärt.

Der Neoliberalismus prägte den „Washington-Konsens“. Dort   wurden 1990 grundlegende Prinzipien für Länder festgelegt, die Hilfe vom Internationalen Währungsfonds (IWF) oder der Weltbank (WB) bei der Bewältigung von Schulden-, Währungs- oder Entwicklungsschwierigkeiten benötigten. Nach diesen Kriterien stellten wohlhabende Länder Kredite und Unterstützungen nur gegen Erfüllung von Auflagen zur Verfügung. Dazu zählten eine Marktliberalisierung, die Privatisierung von Staatsunternehmen und öffentlichen Einrichtungen, der Abbau von Subventionen und Sozialleistungen, die Aufhebung der Beschränkung für ausländische Subventionen sowie eine Deregulierung der Märkte für Kapital und Arbeit. Auf dieser Ideologie basierten dann Freihandelsabkommen, Strukturanpassungsprogramme und Weltbankprojekte.

Arme Länder folgten diesem „Wirtschaftskatechismus“, um der Isolation zu entkommen und ihre wirtschaftlichen Verhältnisse zu normalisieren. Eigene Prioritäten konnten sie nicht durchsetzen. Eine eigenständige Entwicklung wurde verhindert.  

Den reichen Ländern sicherte die „Überzeugungsarbeit“ von IWF und WB mittels der „Goldenen Zwangsjacke“ (New-York-Times-Kolumnist Thomas Friedman) günstige Rohstoff- und Lebensmittelmärkte, Absatzchancen für ihre Industrieprodukte und lukrative Anlagemöglichkeiten.

  • Freihandel zwischen Ungleichen fördert die Ungleichheit

Freihandel richtet großen Schaden an, wenn hochindustrialisierte Länder in freien Handel  mit armen Ländern treten:  Die Regeln des Freihandels verlangen von den weniger entwickelten Ländern den Verzicht von Schutzzöllen und damit  einen ungehinderten Import von Industrieerzeugnissen und weiterverarbeiteten Produkten. Freihandel behindert so die Entwicklung einer einheimischen Industrie und den Aufbau eines eigenen weiterverarbeitenden Sektors. Wertschöpfung kann nicht oder allenfalls auf einem niedrigen Niveau stattfinden. Zudem fehlen Zolleinnahmen als wichtige Einnahmequelle im Staatshaushalt, um nachhaltige Entwicklungen finanzieren zu können.    

Auf der Basis dieser „Freihandelslogik“ hat sich für die Länder des Globalen Nordens folgende doppelt günstige Arbeitsteilung  herausgebildet: Die südlichen Länder spezialisieren sich auf die Ausbeutung und den Export ( von meist unverarbeiteten und billigen Rohstoffen),  die nördlichen Länder exportieren teure Industrie- und Gebrauchsgüter. Dabei gewinnen die nördlichen Länder gleich doppelt: einmal an den günstigen Austauschverhältnissen (Terms of Trade) und zusätzlich dadurch, dass sie die südlichen Länder mit den ökologischen Kosten belasten, die bei der Produktion von Importgütern ( z.B. Kohle, Coltan, Rindfleisch ) entstehen.

Freihandel ist also keineswegs ein bewährtes Rezept für wirtschaftliche Entwicklung aller Länder. Das Gegenteil ist der Fall wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt:

  • Wann immer ein weniger entwickeltes Land ohne gezielte Industrieförderung und den Schutz von Zollschranken versucht hat, gegen die überlegende Konkurrenz aus den Industrieländern anzutreten, ist das gescheitert.
  • Von den entwickelten Ländern, als sie sich noch in der Phase der Entwicklung befanden, hat kein einziges die politische Strategie befolgt, die sie heute den südlichen Ländern empfehlen. Nicht ein Industrieland hat selbst das Freihandelskonzept angewandt, das mit soviel Vehemenz weltweit verbreitet wird. Diese Länder sind allesamt hinter Zollschutzmauern, mit industriepolitischen Maßnahmen und Subventionen groß geworden. Nun, da ihre Industrien wettbewerbsfähig sind, fordern sie Freihandel von den andern, den Schwachen. Die heutigen Exportweltmeister waren in ihrer Entwicklungsgeschichte Meister des Protektionismus. Die indische Wissenschaftlerin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises Vandana Shiva nennt deshalb Freihandel eine Form des Protektionismus: „Freihandel ist nicht Anti-Protektionismus. Es ist der Protektionismus der Mächtigen“.

Die vom IWF, der WB und der Welthandelsorganisation (WTO) durchgesetzten Maßnahmen zur Förderung des Freihandels benachteiligen arme Länder, indem sie deren eh schon benachteiligte Strukturen schwächen und manchmal sogar zerstören.  

Freihandel liefert eine zentrale Erklärung der verzögerten industriellen Entwicklung für eine Reihe von Ländern des Globalen Südens.

Exkurs zum Stellenwert von Handel und Freihandel

Handel kann viel Gutes bewirken; er hilft Arbeit sinnvoll zu teilen, manchmal kann er auch wohlstandssteigernd wirken, er verschafft Verbrauchern ein vielfältiges Angebot, er bringt Menschen in Kontakt und eröffnet neue Horizonte. Aber Handel darf kein Ziel an sich sein, darf nicht zum Selbstzweck werden. Handel sollte die Werte und Ziele der Völkergemeinschaft unterstützen: die Beachtung der Menschenrechte und der Menschenwürde, die Einhaltung von Arbeitsnormen, eine gerechte Verteilung, den Klimaschutz und die Erhaltung der Arten sowie generell die Beachtung der planetaren Grenzen. Je nachdem, ob der Handel diesen Zielen dient oder diesen abträglich ist, darf und soll der Handel erleichtert und gefördert werden, erschwert und beschränkt werden – in Abwägung der Ziele und Werte, denen er dient. Freihandel bedeutet, dass der Handel von dieser Rücksichtnahme befreit wird.  

 

  • Die zerstörerische Wirkung der europäischen Agrar- und Handelspolitik

Das Beispiel Afrikas zeigt konkret, wie am Freihandel orientierte Abkommen die Entwicklung der Länder des Globalen Südens behindern und die Ungleichheit verstärken. Die Handelsabkommen der EU zwingen die Länder Afrikas, ihre Märkte zu öffnen und auf Zölle zu verzichten. So gelangen die hoch subventionierten und damit preiswerten Agrarüberschüsse der EU auf die afrikanischen Märkte, machen den dortigen Produzenten Konkurrenz und zerstören so die Existenz vieler Bäuerinnen und Bauern. Zu einem guten Teil bestehen die Agrarexporte aus verarbeiteten Produkten und so wird zusätzlich der Aufbau einer eigenen Nahrungsmittelindustrie blockiert.  Das Ergebnis überrascht nicht: Europa hat eine Spitzenstellung im Welthandel, gerade bei den Agrarprodukten. Afrikanische Länder finden sich wie zu Kolonialzeiten in der Rolle von Rohstofflieferanten und Absatzmärkte wieder.

Unser Leben auf Kosten anderer

Die Entwicklungsstrategien der reichen, hochindustrialisierten Gesellschaften dieser Welt beruhen darauf sich wertvolle Rohstoffe, billige Arbeitskräfte und ertragreiches Land anzueignen sowie Kosten für die von ihnen verursachten Umweltschäden auf Länder und Menschen in ärmere, weniger entwickelte Weltregionen auszulagern. Druckmittel waren im Wesentlichen militärische Gewalt, ungleiche ökonomische Beziehungen und institutionalisierter Zwang in Form von Handelsabkommen.  Die weniger machtvollen Länder werden gezwungen, ihre Nationalökonomien auf die Produktions- und Wertschöpfungsmodelle der wohlhabenden Länder auszurichten.  Das ist ihnen mittlerweile in vielen Wirtschafts- und Lebensbereichen gelungen wie die Beispiele zeigen: Wir nehmen die Vertreibung von Indogenen und die Zerstörung der Umwelt in Kauf, um unsere  Wohnungen mit Kohle aus Kolumbien zu heizen. Wir in den wohlhabenden Industrieländern sind Hauptverursacher für die globale Erderwärmung und verdanken unseren Wohlstand der intensiven Nutzung fossiler Energien; die Länder des globalen Südens aber leiden am stärksten unter den Folgen der Klimakrise. Wir in den nördlichen Ländern nehmen überwiegend die CO2-Senken in Anspruch, die das mit der Verbrennung von fossilen Brennstoffen entstehende CO2 aufnehmen. Unser Rohstoffhunger hat mit zu den Flutungen riesiger Landstriche mit giftigen Abwässern aus der Förderung des brasilianischen Erzbergbaus beigetragen. Wir treiben die Rinderhaltung und den Sojaanbau in Südamerika durch unseren Fleischkonsum an. Unsere Plastikberge entsorgen wir in Südostasien und tausende Tonnen giftigen Elektroschrott in Ghana. Im Textilbereich profitieren wir von den Hungerlöhnen der Näherinnen in Bangladesch. Wir erfreuen uns an günstiger Schokolade und verdrängen die damit verbundene Kinderarbeit auf westafrikanischen Kakaoplantagen. Wir benötigen dringend Lithium, Kobalt und Coltan für die Techniken der Zukunft und verdrängen die katastrophalen Umweltbelastungen und Arbeitsbedingungen bei der Förderung dieser Rohstoffe.   

So lagern wir die Kosten der eigenen Lebensführung auf ärmere Länder und zukünftige Generationen aus.

Internationale Solidarität ist keine mit „dem“ Süden. Auch die imperiale Lebensweise der Ober- und Mittelschichten in den Ländern des Globalen Südens ist zu kritisieren.

Wir- überwiegend die Bewohnerinnen und Bewohner der wohlhabenden Länder des Globalen Nordens – muten der Bevölkerung und anderen Ländern Missstände zu, die wir bei uns niemals erdulden würden. Für diese Form der Ausbeutung hat der Soziologe Stephan Lessenich den Begriff Externalisierungsgesellschaft geprägt. Er fasst den Sachverhalt so zusammen „Wir leben gut, weil andere schlecht leben- von dem, was andere leisten, und erleiden, tun und erdulden, tragen und ertragen.“  Das ist in seinen Worten eine „imperiale Lebensweise“.

„Den eigenen Wohlstand zu wahren, indem man ihn anderen vorenthält, ist das unausgesprochene und uneingestandene Lebensmotto der „fortgeschrittenen“ Gesellschaften des Globalen Norden “ so beschreibt er das Verteilungsprinzip der reichen Länder.      

Von der militärischen zur strukturellen Gewalt                  

Die Länder des Südens leben weiterhin in globalen Strukturen, die Ihren Ursprung in der kolonialen Ordnung haben und sie deutlich benachteiligen. Mit ihrer politischen Emanzipation wurden die ehemaligen Kolonialländer nicht ökonomisch emanzipiert. Die koloniale Logik der Ausrichtung ganzer Volkswirtschaften und Gesellschaften auf ausländische Nutznießer – früher waren es Kolonisatoren, heute sind es die Kapitalanleger – ist im Prinzip dieselbe geblieben. Geändert hat sich jedoch der globalisierte Ausbeutungsmechanismus.  An die Stelle der militärischen Gewalt und der offenen Herrschaft des Kolonialismus sind Strukturen, Mechanismen und Praktiken getreten, die die Startungleichheit zwischen armen und reichen Ländern verschärft und das Wohlstandsgefälle zwischen ihnen noch vergrößert haben.

Die aufgezeigten Ausbeutungsmechanismen lassen sich nur auf der Grundlage einer Macht-Asymmetrie in der Weltgesellschaft verstehen. Die reichen Länder verfügen über die Macht gegenüber ärmeren Ländern ihre Interessen umfassend durchzusetzen. Ärmere Länder haben dagegen kaum eine Chance, ihre eigenen Prioritäten zu realisieren. Der norwegische Gründervater der Friedens- und Konfliktforschung Johann Galtung spricht in diesem Zusammenhang von „struktureller Gewalt“. Strukturelle Gewalt ist danach in das „System eingebaut und äußert sich in ungleichen Machtverhältnissen und folglich in ungleichen Lebenschancen. Hauptform der strukturellen Gewalt ist die Ungleichheit, die ihren stärksten Ausdruck in wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen findet.“  Die Globalisierung der Wirtschaft ist der Rahmen, in dem sich die Ungleichheit wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit entfaltet hat und die immer weiter anwächst.

Die Anwendung struktureller Gewalt wirkt keineswegs still, unauffällig oder kaum merkbar- wie man meinen könnte. Sicher, anders als beim militärischen Einsatz der Kolonisatoren gibt es kein Niederbrennen von Dörfern, kein öffentliches Erhängen, keine Vergewaltigungen, Auspeitschen oder gar die Vernichtung ganzer Bevölkerungsgruppen.  Unser Leben auf Kosten anderer bedeutet verringerte Lebens- und Überlebenschancen an anderen Stellen in der Welt. Die erhöhten Lebenschancen bei uns sind mit reduzierten Überlebenschancen anderer verknüpft. Wir leben letztlich auf Kosten der Gesundheit und Lebenserwartung der weniger Begüterten in anderen Teilen der Welt – letztendlich auf Kosten ihres Lebens. Der ugandische Wirtschaftswissenschaftler Yash Tandon, der afrikanische Staaten bei der Verhandlung über globale Wirtschaftsabkommen beraten hat, bringt es so auf den Punkt: „Handel tötet“.

 

 

Die Mitverantwortung afrikanischer Eliten

Die schleppende Verbesserung der Lebensbedingungen und die massive soziale Ungleichheit der afrikanischen Bevölkerung sind auch das Ergebnis von Verantwortungslosigkeit und Mitschuld der afrikanischen Eliten: Korruption, Misswirtschaft und Kapitalflucht in die sicheren Häfen außerhalb des Kontinents sind für die strukturellen und politische Probleme vieler afrikanischer Staaten mitverantwortlich. Zu der Erblast der Kolonialisierung kommt auch nach fünf oder sechs Jahrzehnten der Unabhängigkeit die Unfähigkeit in manchen afrikanischen Ländern, Führungsschichten hervorzubringen, die für das Gemeinwohl arbeiten und die Legitimität des demokratischen Machtwechsels akzeptieren. Gestärkt werden müssen zudem Rechtsstaatlichkeit und demokratische Entwicklungen.

Daten zur imperialen Lebensweise

Die imperiale Lebensweise der Länder des globalen Nordens kann mit zahlreichen Daten und Fakten belegt werden. Die Informationen verdeutlichen, warum sich etwa 80 Prozent der Menschen den „westlichen“ Lebensstil (der aber mittlerweile nicht nur im Westen und auch dort nicht von allen westlichen Menschen so gelebt wird) nicht leisten können:

  • Der ökologische Fußabdruckbeschreibt, wieviel Fläche ein Mensch benötigt, um seinen Bedarf an Ressourcen zu decken. Für Deutschland liegt er bei drei und im Durchschnitt der gesamten Welt bei 1,8 globalen Hektar (gha). Es würden also drei Welten benötigt, wenn alle Menschen so leben würden wie die Bevölkerung in Deutschland.
  • Der Erdüberlastungstag beschreibt den Tag, an dem die nachhaltig nutzbaren Ressourcen eines Jahres verbraucht sind. Von diesem Tag an leben wir auf Pump zukünftiger Generationen. Dieser Tag war 1970 der 23. Dezember. Für das laufende Jahr fällt der weltweite Überlastungstag auf den 29. Juli, in Deutschland ist der Vorrat an natürlichen Ressourcen für das Jahr schon am 05. Mai aufgebraucht. Deutschland lebt von diesem Zeitpunkt an auf Pump und auf Kosten der Lebensgrundlagen der Bevölkerung aller Länder und zukünftiger Generationen.
  • Auch die Zahlen des absoluten Rohstoffverbrauchs belegen das Leben auf Kosten ärmerer Regionen und zukünftiger Genrationen. Deutschland ist einer der größten Rohstoffkonsumenten der Welt. Der Rohstoffverbrauch liegt aktuell bei rund 16 Tonnen pro Kopf und Jahr. Das ist doppelt so viel wie im globalen Durchschnitt. Wenn alle Menschen über einen angemessenen Wohlstand verfügen sollen – wie er in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vorgesehen ist – so müssten die Länder des Globalen Nordens den Pro-Kopf-Verbrauch auf drei Tonnen Rohstoffe im Jahr verringern.
  • Man kann das Leben auf Kosten Dritter mit Statistiken zur sozialen, weltweiten Ungleichheit belegen. Es ergibt sich ein weiteres Bild krasser Ungerechtigkeit:  Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitzt so viel wie die restlichen 99 Prozent: Eine kleine Gruppe von Begüterten und der große Rest der anderen verfügen also zu gleichen Teilen über den Weltwohlstand. Eindrucksvoll ist auch der OXFAM Befund, wonach die 42 vermögendsten Personen auf dem Globus über dasselbe Maß an materiellen Ressourcen verfügen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. zusammen.  

Das kollektive Nicht-Wissen-Wollen

Jedem Bürger und jeder Bürgerin steht es offen, einen „ethischen“ Konsum zu praktizieren – anders zu essen, zu reisen und bewusster zu kaufen. In Zeitungen, Funk und Fernsehen, im Netz und den sozialen Medien, in zahlreichen Schulen und Kirchengemeinden ist immer wieder über die negativen Effekte unserer Lebensweise informiert und um ein anderes Konsumverhalten geworben worden. Viele Tausend ehrenamtliche Gruppen und Initiativen, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Verbraucherberatungen, Weltläden, Öko- und Sozialsiegel haben seit vielen Jahren auf die zerstörerische Wirkung unseres Lebensstils aufmerksam gemacht und für einen verantwortungsvollen Konsum geworben. Die Vereinten Nationen haben sich mit ihren Programmen der Millenniums-Entwicklungsziele (MDG’s) und den nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 (SDG’s) für mehr Gerechtigkeit und Partnerschaft zwischen armen und reichen Ländern eingesetzt. Für die Umsetzung dieser Programme ist mit großem Aufwand auf lokaler, Landes- und auch Bundeseben geworben worden. Es fehlt also bei einem großen Teil der Bevölkerung nicht an Wissen. Es ist vielmehr eine Mischung aus Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit, Sorglosigkeit und vor allem einem Verdrängen der weltgesellschaftlichen Zusammenhänge aus unserm Bewusstsein. Man muss sich nämlich eingestehen, dass unser Wohlstand mit der Not anderer andernorts verbunden ist, dass es darum geht den eigenen Wohlstand zu wahren, indem man ihn anderen vorenthält. Es handelt sich um ein gesellschaftlich weit verbreitetes Nicht-Wissen-Wollen – auch bei denen, die sich Verhaltensänderungen bis zum persönlichen Konsumverzicht leisten können. Unser Lebensstil hat zu einem großen Teil mit Menschenwürde und Menschenrechten (für alle) häufig genug wenig zu tun. Viele Menschen dulden diese Konsummöglichkeiten und heißen sie sogar mehrheitlich gut, auch wenn sie von Minderheiten und sozialen Bewegungen in Frage gestellt werden. Das schlägt sich auch im Wahlverhalten wieder.

Theodor W. Adornos berühmter Satz „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ sollte als Appell verstanden werden, sich die Differenz von richtig und falsch klar zu machen, die Wichtigkeit, sich den Sinn für das Richtige nicht nehmen zu lassen und für das Richtige zu streiten. Wir sind es, die Veränderungen bewirken können, die wir uns wünschen. Machen wir davon Gebrauch, dann haben wir auch eine bessere Antwort auf die Frage unserer Kinder und Enkelkinder: Ihr wusstet doch alles – was habt ihr damals unternommen?

Die Überwindung der ungleichen Machtverteilung

Ethischer Konsum ist ein wichtiges Zeichen für Gerechtigkeitssinn und Umweltbewusstsein. Individuelles Konsumhandeln und Betroffenheit reichen aber bei weitem nicht aus, um der „strukturellen Gewalt“ beizukommen und asymmetrische Machtverhältnisse zu ändern.

Dazu müssen die wohlhabenden Gesellschaften der Welt die Machtpraxis aufgeben, die Kosten ihrer Lebensführung auf andere auszulagern und damit Profit zu machen. Notwendig ist eine Politik, die versucht gleiche Lebenschancen im Weltmaßstab herzustellen. Mit dem Leitbild einer „Nachhaltigen Entwicklung“ hat die Brundtland-Kommission in ihrem 1987 veröffentlichten Report „Unsere gemeinsame Zukunft“ die Richtung vorgegeben. Danach liegt eine nachhaltige Entwicklung dann vor, wenn sie allen Menschen auf dem Planeten, heutigen und zukünftigen Generationen einen angemessenen Lebensstandard ermöglicht und dabei die planetaren Grenzen beachtet werden. Unter einem angemessenen Lebensstandard verstehen die Vereinten Nationen in ihrer „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ (§25) ein soziales Existenzminimum (Wohnung, Nahrung, Kleidung, Gesundheit) für jeden Menschen und seine Familie. Gegenwärtig leben 3,3 Mrd. (40 %) unterhalb dieses Standards.

Um ein in diesem Sinne gutes Leben für alle zu ermöglichen sind radikale Veränderungen erforderlich.

Wohlhabende Länder sind gefordert

  • ihren absoluten Ressourcenverbrauch deutlich zu senken und dazu ihre Lebens- und Wirtschaftsweise zu ändern (anders leben: Was und wieviel ist genug?),
  • Klimagerechtigkeit sicherzustellen und nach dem Verursacherprinzip die Hauptverantwortung an der Erderwärmung zu übernehmen,
  • in ihren Wirtschaftsordnungen darauf hinzuwirken, dass Unternehmen sich sehr viel stärker am Gemeinwohl und an Kooperationen als am Gewinn und Konkurrenz orientieren.

Auf internationaler Ebene wird es darum gehen

  • sich auf alle erforderlichen Maßnahmen zu verständigen, die planetaren Belastungsgrenzen einzuhalten und so unsere Lebensgrundlagen zu sichern (aktuell vor allem in Hinblick auf die Klimakrise, Biodiversität, Landnutzung),  
  • Frauenrechte auf allen Ebenen zu stärken und sie mehr in der Krisenprävention und Konfliktbewältigung sowie in der internationalen Politik einzubeziehen,
  • das Ernährungssystems von der industriellen zu einer ökologischen Landwirtschaft umzubauen auf eine andere Ernährungsweise hinzuwirken (weniger Fleischkonsum).

Neu zu ordnen sind das globale Handelssystem sowie die internationalen Steuer- und Finanzregelungen.

 

Gefordert sind: 

  • ein globales Handelssystem, das
  • es Ländern mit geringem Industrialisierungsgrad ermöglicht, zu

     den weiter entwickelten Ländern aufzuschließen,

–    die Beachtung von Menschenrechts- Umweltstandards unterstützt,

–    verbindliche, sozial-ökonomische und menschenrechtliche   

Standards bei Privatinvestitionen vorschreibt.  

  • ein Umbau und gerechte Gestaltung der internationalen Finanz- und Steuerordnung mit der Zielsetzung

–    Steueroasen als Heimat bloßer „Briefkastenfirmen“ aufzulösen                 –     mit einer Finanztransaktionssteuer den Ländern des globalen                                        

      Südens zusätzliche Ressourcen bereitzustellen, um bessere            

      Lebensbedingungen ihrer Bevölkerung sicherzustellen.

   –    die Repatriierung gestohlener Vermögen zu unterstützen,

   –    einen dauerhaften, fairen Entschuldungsmechanismus zu 

         etablieren,

  • mehr Mitsprache der Länder des globalen Südens in den internationalen Wirtschafts- und Finanzinstitutionen.

Das alles sind Mammutaufgaben. Wie sollte es auch anders sein, wenn Systemfragen gestellt und Macht und Privilegien abgegeben werden sollen.

Große Widerstände sind also zu erwarten. Ein „Weiter so“ aber ist ausgeschlossen: Ein Leben auf Kosten anderer ist ethisch/moralisch nicht hinnehmbar. Die Ausbeutung von Ressourcen und Mensch und Natur in den armen Ländern stößt zudem immer häufiger an ihre Grenzen und wirkt auf uns zurück. Hinzu kommen als Folge unserer imperialen Lebensweise die weltweiten Fluchtbewegungen, auf die immer stärker mit Abschottungen reagiert wird.

Wir haben eine positive Perspektive. Wie wir leben wollen, haben wir nämlich selbst in der Hand. Entscheiden wir uns für ein ressourcenleichteres Leben.  

Anregungen für zivilgesellschaftliches Arbeiten

Veranstaltungen und Aktionen zu den aufgeworfenen Themen und Fragestellungen können mit folgender Zielsetzung verfolgt werden:

  • Eine kritische Aufarbeitung der Kolonialzeit hat bisher in Deutschland kaum stattgefunden. Der deutsche Kolonialismus ist deutsche Vergangenheit, die eben noch nicht vergangen ist. Nur wenige Orte im öffentlichen Raum erinnern an die Verbrechen des Kolonialismus; auch in Schulbüchern spielt der deutsche Kolonialismus so gut wie keine Rolle.

Wichtig ist daher eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus (Aus- und Aufbau des Kolonialismus, die Folgen der Kolonialherrschaft: die  alltägliche exzessive Gewalt, die planmäßige Auslöschung ganzer Völkergruppen, der  Rassismus mit seinem scheinbar wissenschaftlich  begründeten Überlegenheitsdenken, die wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnisse, die  Diskussion um Wiedergutmachung (Reparation, Restitution), die bis heute andauernden, wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnisse)

  • Mit ihrer politischen Unabhängigkeit haben sich die ehemaligen Kolonien  zwar politisch, aber nicht ökonomisch emanzipiert. An die Stelle der kolonialen Gewaltherrschaft sind neue Formen der Machtausübung der ehemaligen Kolonialmächte getreten – Machtverhältnisse, die den Bevölkerungen in den Ländern des globalen Nordens eine imperiale Lebensweise – eine Leben auf Kosten anderer ermöglichen.

Thematisch aufgegriffen werden können folgende Fragestellung:

  • Wie machen wir alle tagtäglich durch unser Konsumverhalten von den Möglichkeiten des Lebens auf Kosten anderer Gebrauch?   
  • Welche Auswirkungen hat diese imperiale Lebensweise anderenorts und für zukünftige Generationen?
  • Welche internationalen „Spielregeln“ sorgen in der Postkolonialzeit dafür, dass sich das Wohlstandsgefälle zwischen armen und reichen Ländern immer mehr vergrößert?
  • Welche Veränderungen sind notwendig, um gleiche Lebenschancen im Weltmaßstab herzustellen?
  • Welche Barrieren auf dem Weg zu einem guten Leben für alle sind zu überwinden?

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Literatur

Brand, Ulrich und Wissen, Markus: Imperiale Lebensweise, Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus, München 2017

Bresky, Felber, u.a. (Hrsg): Deutscher Kolonialismus, Begleitheft zur Ausstellung, Berlin 2019

Bundeszentrale für politische Bildung:  Auf Kosten anderer, Die Globalisierung in Bildern, Bonn 2020

Felber, Christian:Ethischer Welthandel, Wien 2017

Galtung, Johan: Strukturelle Gewalt, Beiträge zur Friedens- und Konfliktforschung, Hamburg 1975

Lessenich, Stephan: Neben uns die Sintflut, die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis, Berlin 2016

Mabanza Bambu, Boniface: Gerechtigkeit kann es nur für alle geben, Eine Globalisierungskritik aus afrikanischer Perspektive, Münster 2009

SÜDWIND e.V. (Hrsg.):  Perspektive wechseln! EU-Handels- und Investitionspolitik und die SDG in Afrika, Bonn 2017

Tandon, Yash: Handel ist Krieg, Köln 2014

 

Lesedauer: 20 Min.

Autor: Ulrich Weber

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